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Peter Schimpl

Peter Schimpl

Erfahrener CIO und QSR Experte

Der Kiosk – Hardware

Die Kiosk Hardware

Im Moment investiert die QSR-Industrie bzw. die Systemgastronomie verstärkt in die Digitalisierung ihrer Restaurants. Dabei spielen sogenannte Kioske oder Selbstbedienungs-Systeme eine große Rolle.

Die Selbstbedienungs-Systeme werden aus dem englischen Sprachgebrauch kommend, üblicherweise als „Kiosk“ bezeichnet. Je nach Betreiber kann sich der Name auch ändern. Bei meinen Kunden hat sich neben Kiosk auch Self-Order-Terminal, Selbstbedienungs-Terminal, Selbstbedienungs-System oder Self-Order-Kiosk durchgesetzt.

In diesem Blog möchte ich etwas näher auf die Kiosk-Hardware eingehen. Im Bereich der Gastronomie zeichnet sich eine Standard-Ausstattung etabliert, welche aus unten aufgeführten Komponenten besteht.

 

Das Gehäuse

Die Form des Gehäuses ist bei Kunden, wie z.B. McDonald’s, Burger King oder KFC, üblicherweise geschützt und kann nicht außerhalb dieser Marken angeboten werden. Natürlich gibt es auch hier Ausnahmen, bei denen auch größere Ketten auf Standardprodukte der Hersteller setzen und diese dezent durch Farben, Lackierungen oder Aufkleber individualisieren.

Das Gehäuse besteht aus den Komponenten:

  • Korpus: bestehend aus Bildschirm(en), Rechner(n), Netzteilen, etc.
  • Standfuß: zur Fuß dient zur Befestigung am Boden und zur Aufnahme und Durchführung der Bodenverkabelung von Strom und Daten
  • Deckenhalter: üblicherweise dient der Deckenhalter nicht zur Stabilisierung der Kioske, sondern hauptsächlich zur Aufnahme und Zuführung der von der Decke kommenden Verkabelung. Dies Art der Verkabelung macht ca. 95% aller Installationen aus.

Auf was sollte ich beim Gehäuse achten:

  1. Langlebigkeit: Ist ein wichtiger Punkt, da der Kiosk die übliche Abschreibungsdauer von fünf Jahren gut überstehen sollte. Edelstahl und eine gute Lackierung sind hier die wichtigsten Kriterien.
  2. Stabilität: Der Kiosk sollte stabil am Boden zu befestigen sein und nach der Installation nicht (zu sehr) „schwanken“. Bauartbedingt (schmaler Fuß und schwerer Korpus) kann es aber zu leichten Schwankungen kommen, welche toleriert werden sollten
  3. Flexibilität: Das Gehäuse sollte so aufgebaut sein, dass die Kabel von der Decke (95%), dem Boden (3-4%) und der Wand (1-2%) zugeführt werden können. Der Deckenhalter sollte in verschiedenen Längen verfügbar sein und der Kiosk sollte in der Höhe verstellbar sein. Die Höhe des Kiosks ist ein wichtiges Kriterium für dessen gut Bedienbarkeit (Behindertengerecht, Kindergerecht, etc.)
  4. Optionen: Das Gehäuse sollte leicht für Optionen anpassbar sein. Z.B. sollte der Einsatz verschiedener Drucker, verschiedene eCash-Geräte oder zusätzlicher Anbauten wie NFC Leser unterstützt werden. Ebenfalls sollte darauf geachtet werden, dass im Inneren des Kiosk-Gehäuses Möglichkeiten geschaffen sind, zusätzliche Geräte anzuschließen. So sollte z.B. zusätzlicher Steckdosen oder eine Netzwerk-Switch vorhanden sein.
  5. Bauarten: Der ausgewählte Kiosk sollte in verschiedenen Bauarten angeboten werden: Einseitig, doppelseitig und zur Wandmontage. Wenn auch noch wenig im Einsatz sollte zusätzlich über eine „counter-top“ Variante nachgedacht werden.
  6. Service-Freundlichkeit: Ein gern vernachlässigter Punkt in die Service-Freundlichkeit der Kiosk-Komponenten. Komplexe Aufbauten können aber sehr hohe Servicekosten nach sich ziehen. Achten Sie daher darauf, dass die wichtigsten Komponenten werkzeuglos, einfach und schnell getauscht werden können. Im Sinne der Sicherheit für Mitarbeiter und Techniker achten Sie bitte auch auf eine gute Verkabelung.

 

Der Bildschirm

Neben den technischen Merkmalen wie z.B. Funktionsprinzipien (resistive, kapazitive oder induktive), Single- oder Multi-Touch, Helligkeit, etc. kommt es beim Bildschirm hauptsächlich auf die Größe an. Zur Auswahl der richtigen Größe sollte vor allem die gute Bedienbarkeit herangezogen werden

Als Format sollte immer 16:9 / 16:10 gewählt werden, da der Wiedererkennungswert bei anderen Formaten wie z.B. 4:3 nicht mehr gegeben sein kann.

Ich bewerte 27“ als Mindestgröße bei den aktuellen Kiosk-Systemen. Kleinere Bildschirmgrößen werden schlechter wahrgenommen und der Komfort bei Lesbarkeit und Eingabe sinkt. Natürlich gibt es auch hier Ausnahmen. So setzt McDonald’s in einigen europäischen Ländern und in speziellen (eher kleineren) Restaurants auf eine 21“ Variante (siehe Bild).

Als Maximalgröße sehe ich im Moment 42“ Bildschirme. Hauptgrund für diese Einschränkung ist die Bedienbarkeit des Systems durch den Kunden. Wenn man davon ausgeht, dass der untere Rand des Bildschirms bei ca. 1m Höhe liegt (wegen der darunter liegenden Bezahleinheit und dem Drucker), würde man bei einem 42“ Monitor schon bei einer oberen Bildschirmkante von ca. 2m enden. Der Inhalt ist in dieser Höhe für Behinderte, Kinder oder kleinere Menschen nur noch schlecht les- und bedienbar.

21" Kiosk Systeme bei McDonald's

 

Der PC / Rechner

Beim PC, bzw. dem integrierten Rechner gibt es zwei grundsätzliche Ausprägungen. Der sogenannte All-In-One Ansatz, bei dem Rechner und der Bildschirm eine Einheit bilden und einer Variante bei der Bildschirm und Rechner als getrennte Komponenten integriert sind. Beide Ansätze besitzen Vor- und Nachteile, auf die ich aber nicht näher eingehen möchte um den Rahmen des Blogs nicht zu sprengen. Ich persönlich bevorzuge getrennten Komponenten, da mir diese die größte Flexibilität in Bezug auf Auswahl, Preis, Ausstattung und Service bietet.

Um eine hohe Verfügbarkeit der Hardware zu gewährleisten sollte auf den Einsatz von Industriekomponenten geachtet werden. Dies gilt natürlich entsprechend für Drucker, Bildschirme, Netzteile, etc.

Bei den Schnittstellen sollte darauf geachtet werden welche Anschlussarten der Komponenten durch die Software unterstützt werden. So unterstützen z.B. noch nicht alle SW-Systeme USB-, Bluetooth oder Netzwerkdrucker. Bei der Netzwerkverbindung ist mein klarer Favorit ein kabelgebundenes Netzwerk. WLAN Architekturen sind meiner Erfahrung nach im Restaurantumfeld nicht immer zuverlässig und könnten daher die Verfügbarkeit des Kiosk-Systems negativ beeinflussen.

Die notwendige Leistung und Ausstattung des PCs hängt stark von den Bedürfnissen der eingesetzten Kiosk-Software und dem Betriebssystem (Windows, Linux, etc.) ab. Eine Empfehlung abzugeben wäre an dieser Stelle nicht realistisch. Auf einen Punkt würde ich dennoch gerne hinweisen: als Massenspeicher sollte eine SSD eingesetzt werden.

 

Der Drucker

Da der Kiosk-Drucker einer der wenigen mechanischen Komponenten im Kiosk ist, sollte hier besonders auf Industriequalität und Langlebigkeit geachtet werden.

Neben den Hardware-Eigenschaften ist eine Grundvoraussetzung, dass der ausgewählte Kiosk-Drucker mit der Kiosk- bzw. Kassensoftware kompatibel ist.

Wenn möglich, sollte man den, vom Kiosk-Hersteller werksseitig eingebauten Drucker den Vorzug geben, da diese gut integriert und umfassend getestet sind. Dies verhindert Probleme wie Papierstaus oder kostspielige Umbauten am Kiosk.

Tipp #1: wenn der Kiosk-Drucker die gleich Papier-Art (z.B. Thermo) und das gleiche Papierformat wie die Kassendrucker verwenden spart dies Kosten, Aufwand und reduziert die Komplexität.

Tipp #2: bitte wechseln Sie das Papier bei jedem Schichtwechsel. Dies ist wichtig, da das Papierende vom Restaurant-Personals nicht erkannt wird.

 

Der Scanner

Ich empfehle einen Bar- und QR-Code Scanner als Standard-Komponente in das Kiosk-System aufzunehmen. Er kann zur Identifizierung von Aktions-Codes, Promotions, Coupons, Kundenkarten, mobilen Bestellungen, etc. genommen werden und erhöht daher die Kundenzufriedenheit merklich.

Bei der Auswahl des Scanners ist darauf zu achten, dass alle gängigen Formate von Barcodes und QR-Codes lesbar sind. Ebenfalls sollte es möglich sein den Scanner einfach zu konfigurieren.

Der wichtigste Punkt aus der Praxis ist aber die Einbauart des Scanners. Dies hat Einfluss darauf, wie einfach es für den Kunden ist den Coupon, das Handy, die Karte, etc. so zu platzieren, dass der Code schnell und sicher gelesen werden kann.

Tipp #1: bitte testen Sie Scanner und dessen Platzierung ausführlich mit Ihren Coupons, Karten oder mobilen Applikationen. Es ist für den Gast nichts frustrierender, als nicht funktionierende Technik.

 

Das electronic cash Terminal

Ich werde in einem weiteren Blog etwas dedizierter auf dieses Thema eingehen, da die genaue Betrachtung den Rahmen dieses Blogs sprengen würde.

Tipp #1: Stimmen Sie sich mit dem Kiosk-Hersteller ab, welche Geräte er unterstützt und welche Einbau-Optionen (unterschiedliche Winkel, Schalen, Verkabelung, Befestigung, etc.) er anbietet.

Tipp #2: Stimmen Sie sich mit Ihrem aktuellen Anbieter der Bezahlgeräte ab, welche Geräte er anbietet und ob er den Einsatz in Kiosken erlaubt, bzw. empfiehlt.

Tipp #3: Wählen Sie wenn möglich ein Gerät, welches die kontaktlose Bezahlung bereits unterstützt und wählen Sie ein Gerät ohne integrierten Drucker. Wie z.B. das ICT250 von Ingenico oder das VX820 von Verifone.

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